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Converve - der Blog

Gamification bei Business Events
von Mark Kessels
Tags: Veranstaltungs-Planung, Event Marketing

Gamification: Wieviel Sinn macht das für Business-Events?

Der tut nix, der will doch nur spielen... Gilt das auch für Teilnehmer an Business-Events? Was hat es mit dem Mega-Trend Gamification auf sich und lohnt sich das überhaupt für B2B Events?

Was versteht man unter Gamification?

Nach sonderlich viel Spaß hört es sich nicht an, wenn man die Definition von Gamification auf Wikipedia liest: "Die Anwendung spieltypischer Elemente in einem spielfremden Kontext".  Puh... 

Dabei basiert Gamification auf dem ureigenen Instinkt der Menschen, sich mit anderen im Wettstreit messen zu wollen. Das Bedürfnis schleppen wir schon seit Höhlenzeiten mit uns herum, und wer Kinder aufwachsen sieht, weiss, wie sehr es in unseren Genen verankert ist. Eine Aufgabe wird dann interessant, wenn es um etwas geht.

Das gilt natürlich auch im Business-Kontext. Dem Wettbewerb eine Nasenlänge voraus sein, ein besseres Ergebnis erzielen als die andere Business-Unit im Unternehmen, Mitarbeiter des Monats werden... Fremd ist uns das alles nicht.

Warum also nicht das Prinzip auf die am weitesten verbreitete Form des geschäftlichen Aufeinandertreffens anwenden: Business-Events, Konferenzen, Messen? Das liegt  näher, als man zunächst denkt, und viele Eventveranstalter haben auch schon Gamification-Experimente gewagt.

Der typische Fall: Leaderboards

Mit spielerischen Elementen und kleinen Wettbewerben unter den Teilnehmern wird versucht, das "Engagement" der Eventbesucher zu steigern. Oft sieht man dabei Leaderboards im Einsatz. Leaderboards kennt man aus dem Golf-Sport. Diese Tabellen zeigen, wer nach bestimmten Kriterien das beste Ergebnis erzielt hat.

Angewendet auf Events sieht man Leaderboards z.B. wenn es um die aktivsten und einflussreichsten Twitterer geht, um die Teilnehmer mit den meisten Interaktionen mit anderen Teilnehmern oder Ausstellern bzw. Sponsoren. 

Ein Leaderboard kann auch in Kombination mit einem Quiz eingesetzt werden. Teilnehmer müssen z.B. Aussteller besuchen, dort eine Information abfragen und diese in eine App eintragen. Wer die meisten richtigen Antworten hat, gewinnt einen Preis. Oder sie scannen die Badges von anderen Teilnehmern und sammeln so Punkte für das Leaderboard. Manche Apps bieten die Möglichkeit, das aktuelle Ranking in Echtzeit zu verfolgen.

Damit steigt die Motivation, sich noch stärker auf dem Event zu engagieren.

Blitzerlotterie in Schweden

Volkswagen prämiert mit dem Wettbewerb "The Fun Theory" spielerische Ideen, die Menschen dazu bringen, Tempolimits einzuhalten. In Schweden ist so ein Modell in der Anwendung. Anstatt die Raser zu bestrafen, belohnt es diejenigen, die sich an das Tempolimit halten - indem sie an einer Blitzerlotterie teilnehmen. Das Spannende daran ist: Die Preise werden von den Knöllchen bezahlt, die die Raser bekommen haben!

Es funktioniert also durchaus, positives oder erwünschtes Verhalten zu fördern, indem man spielerische Elemente einsetzt.

LEGO Serious Play

Ein weiteres Beispiel ist das "ernsthafte" Spielen mit LEGO-Steinen. Diese Technik wird mehr und mehr in Strategieprozessen in Unternehmen eingesetzt, um neue Blickwinkel auf Hürden oder Herausforderungen zu erhalten und neue Lösungsansätze im Team zu entwickeln. Die Team-Mitglieder nutzen LEGO-Steine, um komplexe Sachverhalte einfach zu visualisieren, begreifbar zu machen. 

Auch bei Business-Events oder Workshops ist das ein probates Mittel, um Menschen spielerisch miteinander in Kontakt zu bringen. Es kann das Networking fördern und die Atmosphäre auflockern.

Hier ein Beispiel von der Rice Universität in Houston:

 

Beim Deutschen Marketing Tag 2018 in Hannover gab es für jeden ein kleines Set an LEGO-Steinen, mit denen die Kongressteilnehmer eine Ente bauen sollten. Gar nicht so leicht, wie es sich anhört, und so kamen viele schon mal spielerisch miteinander in Kontakt.

Aber wer macht da auf Business Events wirklich mit?

An den Beispielen sieht man schon, dass Gamification mehr bedeuten muss als ein einfaches Leaderboard, damit es wirklich Sinn macht für Business Events. Denn bei vielen Events hat sich gezeigt, dass nicht unbedingt die "wichtigsten" Besucher an solchen Aktionen teilnehmen - die haben nämlich gar keine Zeit bzw. nutzen ihre Zeit auf der Veranstaltung aktiv für ihre Teilnahme-Ziele. 

Oft sind es die nicht-ganz-so-wichtigen Besucher, die sich für einen Leaderboard-Contest die Zeit nehmen. So entsteht vielleicht mehr Networking - aber nicht zwingend eine bessere Qualität des Networkings.  

Generation "Tracking"

Auf der anderen Seite wächst eine Generation heran, die es gewohnt ist, die täglichen Schritte mit dem Fitness-Tracker zu messen, deren Wohlbefinden von der Anzahl der Instagram-Loves für ihre Fotos abhängt und die mit Song-Contests und Superstar-Suchen aufgewachsen sind. Dieses Publikum erwartet einen etwas spielerischen Umgang auch mit "ernsten" Themen. Die Offenheit dafür wächst.

Ein schönes Beispiel ist Quora. Hier geht es darum, Wissen zu teilen, um die "Welt besser zu verstehen" (Zitat Quora). Die Antworten auf Fragen, die auf Quora gestellt werden, können hochgevotet werden. Die Antwort mit den meisten Likes wird zuerst angezeigt. Nach dem ähnlichen Prinzip funktionieren Produkt-Bewertungen auf Amazon o.ä. 

Solche Mechanismen in den Event einzubauen, macht also eine Menge Sinn, sei es bei der Bewertung der Innovationen von Ausstellern auf einer Messe, bei dem Nutzwert von Vorträgen oder Workshops oder wenn es darum geht, am Ende von einem Event die wichtigsten Learnings abzufragen. Das kann man nämlich ganz gut und spielerisch mit einer Smartphone-Umfrage machen (z.B. mit Slido, eventScribe, Glisser).

Fazit

Gamification kann einen Business Event bereichern - allerdings sollten die Konzepte deutlich über platte Leaderboards hinausgehen und in die Event-Dramaturgie eingebettet sein. Dann kann Gamification auch das Networking der Teilnehmer untereinander fördern. Wie das zusammen mit der Converve Matchmaking-Plattform gestaltet werden kann, darüber können wir gern sprechen. Kontaktieren Sie uns, wir stehen für einen Ideenaustausch gern zur Verfügung.

 

 

Von Mark Kessels

Schon im Jahre 2000 fand Mark die Kombination von Veranstaltungen und Technologien so spannend, dass er ein Unternehmen für Veranstaltungstechnologie gegründet hat.

Als Gesellschafter und Geschäftsführer der Converve GmbH, mit Niederlassungen in Europa und den USA, hat er inzwischen einen der marktführenden Anbieter für Veranstaltungsoftware mit über 300 Kunden und mit jährlich ca. 400 Veranstaltungen etabliert. Der gebürtige Niederländer hat Betriebswirtschaft in Kiel und Birmingham (UK) studiert.

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